Gesangsunterricht

Die eigene Stimme entdecken
"Ich kann nicht singen"
Diesen Satz habe ich viele Jahre über mich selbst geglaubt.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie verletzlich das Singen sein kann. Bis zu meinem Musikstudium war ich überzeugt, nicht singen zu können (Gott sei Dank waren meine Leistungen in den anderen Disziplinen für die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule ausreichend). Erst die einfühlsame Arbeit mit meiner Gesangsdozentin und eine fundierte Gesangstechnik haben mir den Zugang zu meiner eigenen Stimme eröffnet – und damit eine tiefe Freude am Singen. Heute gehört meine Stimme zu meinem wichtigsten Ausdrucksmittel. Diese Erfahrung prägt meinen Unterricht ganz wesentlich.
Die Stimme ist unser persönlichstes und individuellstes Instrument. Mit unserer Stimme geben wir einen intimen Teil von uns selbst preis. Sie ist unmittelbar mit unserem Atem, unserem Körper und unseren Gefühlen verbunden und kann unsere STIMMung wiederspiegeln. Deshalb braucht sie einen geschützten Raum, in dem sie sich ohne Angst vor Bewertung entfalten darf.
Nicht selten ist die eigene Stimme mit Scham belegt und es kann Mut kosten, sich mit seiner eigenen Stimme zu zeigen. Deswegen ist Arbeit an der Stimme auch immer Arbeit an sich selbst, am eigenen Körper- und Selbstbewusstsein. Das Schöne daran: Die eigene Stimme lieben zu lernen, heißt, einen Teil von sich selbst lieben zu lernen.
Viele Menschen glauben, sie könnten nicht singen. Oft fehlen ihnen jedoch vor allem Erfahrungen mit einer gesunden Stimmtechnik oder einem geschulten Gehör. Beides ist lern- und trainierbar. Gleichzeitig braucht die Stimme – wie jedes Instrument – Zeit, Geduld und vor allem regelmäßige Übung. Mit der richtigen Begleitung können oft Entwicklungen möglich werden, die sich Menschen zuvor nicht zugetraut hätten.
In meinem Unterricht verbinde ich fundierte Gesangstechnik mit Atemarbeit, Körperwahrnehmung, Präsenz und kreativem Ausdruck. Je nach Mensch und Anliegen fließen Elemente aus dem Yoga, Pranayama sowie Übungen zur Körperwahrnehmung mit ein. Mir geht es nicht nur darum, eine Stimme klanglich weiterzuentwickeln, sondern Menschen dabei zu unterstützen, ihrer eigenen Stimme zu vertrauen und sich selbst besser kennenzulernen. Denn eine freie Stimme entsteht dort, wo musikalisches Handwerk, Übung und ein wertschätzender Raum zusammenkommen – und wo Ausdruck wichtiger sein darf als Perfektion.